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    Dr. sc. hum. Mazen Arafeh

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    Der Schriftsteller und Buchwissenschaftler wurde 1955 in Damaskus, Syrien, geboren. Er studierte in Damaskus Französische Literatur und erhielt sein Doktorat auf der Maria-Curie-Skłodowska-Universität in Lublin, Polen.
    Von 1990 bis 2015 war er Programm-Direktor für kulturelle Aktivitäten in der Nationalbibliothek Damaskus. Seit 2017 lebt er in Pforzheim. Neben seiner Muttersprache Arabisch beherrscht er Französisch und Polnisch und verbessert beständig seine Deutschkenntnisse.
    Dr. sc. hum. Mazen Arafeh veröffentlichte insgesamt drei wissenschaftliche Werke auf Arabisch und Polnisch sowie auch bislang fünf Romane auf Arabisch. Wegen seiner Kritik an autoritären Regimen und religiösem Fanatismus sind seine Werke in Syrien verboten.
    Derzeit interessiert er sich besonders für einen interkulturellen Austausch zwischen Orient und Okzident, insbesondere zwischen Menschen auf der Flucht und Deutschen. Er hat seinen neuesten Roman diesem Thema gewidmet.
    Sein erster Text auf Deutsch wird 2024 in der Anthologie des Goldstadt-Autoren e. V. veröffentlicht.

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    Veröffentlichungen:


    Brücken

    Aktualitätsbezogene Abhandlung verknüpft mit der Gernika-Brücke
    in: VON BRÜCKE ZU BRÜCKE (Anthologie)

    Hrsg. Goldstadt-Autoren e. V.
    BoD – Books on Demand, Norderstedt 2024
    ISBN 978-3-7578-8671-4
    Taschenbuch, 272 Seiten, 13,50 EUR; 8,99 EUR als E-Book

    Auf, unter und neben den Brücken Pforzheims
    Brücken verbinden Menschen, sind Orte von Erinnerungen, dienen als Verstecke oder werden zu Tatorten. Die Goldstadt Pforzheim nennt mehr als fünfzig Fluss-, Straßen- und Bahngleisüberquerungen ihr Eigen.
    Zweiundzwanzig dieser Brücken und Stege dienen als Inspiration für humorige bis nachdenkliche, fantastische bis lebensnahe Geschichten und Gedichte. Mit ihnen feiern die Mitglieder des Goldstadt-Autoren e. V. das 10-jährige Vereinsbestehen und ihre Verbundenheit mit der Stadt, die auch als „Pforte zum Schwarzwald“ bezeichnet wird.
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    DARAYYA

    Eine Erzählung | „Daria The Story“ (A Novel)
    erschienen auf Arabisch bei
    Verlag Maysaloon for Culture, Translation and Publishing, Paris 2023
    E-Book: ISBN 978-625-6928-41-1 | Softcover, 176 Seiten

    In grauer Vorzeit, nicht weit von Damaskus entfernt, entsprang im Land des Abendrots, auf dem Berg „Hermon“, der fantasievolle Schöpfungsmythos des Dorfes Darayya. Der Urvater der Dynastie, ein Weizenfeld, und die Urmutter, ein Weinberg, verliebten sich ineinander und begründeten die erste menschliche Generation. Er errichtete ein prächtiges Landhaus, dessen Zimmer sie mit kostbarem Fayencegeschirr schmückte. Das Landhaus und die Fayencegeschirre stehen als Sinnbild für diese Region Syriens. – Der Mythos lässt die kulturelle und anthropologische Einmaligkeit des Dorfs Darayya, dessen Landhäuser durch flächendeckende Bombardierung des syrischen Regimes zerstört wurden, literarisch auferstehen. Er belebt das verlorene Alltagsleben der Menschen, die überlieferten Traditionen und Gewohnheiten, genauso wie die dörfliche Identität wieder. Darayya darf nicht vergessen werden.
    Der Ich-Erzähler des Romans, ein Bewohner des Dorfes, schildert die Ereignisse des „Arabischen Frühlings“, die hoffnungsvollen Erwartungen und ihr jähes Scheitern. Er harrt zwischen Tod, Gewalt und Missbrauch aus, erlebt sie täglich und beginnt, daran zu zerbrechen. Er stirbt tausend Tode, erwacht in einem anderen Leben und stirbt erneut. Sein Geist wandert an andere Orte. Er wird von einem Panzer der syrischen Armee überrollt und ebenso von einem des fanatischen ISIS (Islamischer Staat in Irak und Syrien). Beide Aggressoren stellen die Ausprägungen ein und derselben politisch illegitimen Modelle dar. Nun flüchtet der Protagonist ins westliche Exil nach Deutschland, wo er an posttraumatischen Halluzinationen leidet. Tag und Nacht suchen ihn die Seelen der Ermordeten heim, sodass er auch hier keine Ruhe findet. […] Der Ich-Erzähler flüchtet zurück nach Darayya und erkennt, dass nicht nur dort Finsternis und Leere Einzug gehalten haben, sondern dass sie längst ganz Syrien verdunkeln.
    Der Autor kreiert einen poetisch verklärten Realismus für diese Erzählung. Er verlässt die realistische Ebene des Romans. Die Handlung steigert sich zu epischer Absurdität, zu einem surrealen Höhepunkt, zum Schöpfungsakt des „Magischen Realismus“, in welchem sich die Grenzen zwischen Raum und Zeit auflösen. Dabei verwandelt sich der Ich-Erzähler in eine gespaltene Persönlichkeit, aus der tausende Stimmen ihr Leid klagen. Darayya erhebt sich durch diese Transformation zum Sinnbild für Zerstörungen und Kriegsgräuel aller Epochen und Kulturen.


    DER SCHWARZE WALD

    Roman | Erschienen auf Arabisch bei
    Ramina Books, London 2023
    ISBN 978-1-916533-18-9, Softcover, 205 Seiten

    Die Albträume eines syrischen Flüchtlings im Exil.
    Der Titel des Romans spielt auf den Schwarzwald Süddeutschlands an. Hierher kam der Autor der Geschichte als ein syrischer Kriegsflüchtling. In seinem Buch fließen autobiographische Elemente ein.
    Als eine Folge des Kriegsschreckens und diktatorischen Terrors suchen den Protagonisten furchtbare Albträume heim. Dem nächtlichen Schreckgespenst seiner zerbombten Heimat steht tagsüber der kulturelle Schock einer gefühlskalten westlichen Gesellschaft gegenüber, sodass der Held der Geschichte zwischen diesen beiden Extremen hin- und hergerissen ist. Am Tag wechseln bei ihm Halluzinationen mit dem befremdlichen Gefühl ab, in einer bizarren virtuellen Welt zu leben, deren Sinn und Ursprung unbekannt bleiben.
    Die Schatten des „schwarzen Waldes“ durchbricht der Fremde und Entfremdete, indem er in sich die alten und warmen Geschichten seiner dörflichen Heimat aufleben lässt. Sie sind eine revolutionäre Antwort auf Despotismus, Totalitarismus und fanatische Gewalt in einer Welt, die keine inneren Wurzeln besitzt, sondern nur plakative Ideologie. Durch dieses narrative Licht wird auch die Einsamkeit des politischen Exils erträglich. Der Protagonist erlebt eine ganzheitliche Sinneserfahrung.


    EIN BETT AN DER FRONT

    Roman | Arabischer Originaltitel: „Sarir Ala Jabha“
    Erschienen auf Arabisch beim
    Verlag Hachette Antoine S. A. L., Beirut (Libanon) 2019
    ISBN 975-614-435-006-9, Softcover, 335 Seiten

    Der Held ist ein einfacher Mann. Er lebt in einer Kleinstadt in der Nähe von Damaskus, als der „Arabische Frühling“ entbrennt. Das Gebäude, in dem er wohnt, wird von Soldaten besetzt und zur militärischen Zone erklärt. Sein Leben steht Kopf. Der Alltag verwandelt sich in ein Theaterstück, mit von schwarzem Humor durchsetzten Szenen. Konfrontiert mit der methodischen Zerstörung, die diese Soldaten in sein Leben bringen, erinnert er sich der Lebensgeschichten seiner beiden Großmütter. Die eine lebte in der Großstadt und die andere auf dem Land. Mit den Details ihrer Erzählungen spinnt er sich eine heile Welt zusammen, die dem Schrecken der Zersplitterung der vom Krieg und der Sicher-heitsbesessenheit unterdrückten und vom Geruch des Todes gefluteten Realität entgegensteht.
    Wie gewöhnlich führt uns Arafeh auf seine spannende und einfache Art in eine magische Welt, losgelöst aus der logischen Basis von Raum und Zeit. Er erschafft exotische Bilder und Ereignisse und koloriert die repressive, von Gewalt und Blut geprägte Wirklichkeit mit seinem tragisch-komischen, zynischen Schreibstil bis hin zur Absurdität.


    DIE RIFFREIHER

    Roman | Arabischer Originaltitel: „Al Garanik“
    Erschienen auf Arabisch beim
    Verlag Hachette Antoine S. A. L. , Beirut (Libanon) 2017, 356 S.

    Der Titel lehnt sich an eine Geschichte der arabischen Wüsten-Mythologie an, als die Menschen die Idole ihrer matriarchalischen Göttinnen anbeteten, denen die Riffreiher als Sendboten dienten. Diese wurden zugunsten eines monotheistischen Gottes gestürzt. Dieses Symbol ist dem mythologischen Kontext entnommen und im Zusammenhang mit dem „Arabischen Frühling“ in einen zeitgenössischen Bezug gesetzt. In allen Ländern, in denen Generäle die Macht an sich gerissen haben, und ihre Nachkommen als Erben einsetzen, produzieren sich diese Machthaber als Götter. Sie verbreiten ihre ideologischen Liturgien durch militärische Gewalt und durch die Idole, die sie überall von sich errichten lassen. Die Demonstranten des Arabischen Frühlings haben nicht nur die Idole dieser Generäle gestürzt, sie haben auch, und das ist noch wichtiger, das Bild der Diktatoren als Gott in den Köpfen der Bürger zu Fall gebracht und ihnen den Schrecken genommen.
    „Al Garanik“ erzählt von einem diktatorischen General, dessen Figur überall, zu jeder Zeit und auf jedem Kontinent der Erde angesiedelt sein könnte. Die Geschichte beschreibt den Verlauf des Arabischen Frühling und das typische, arabische Diktatoren-Modell.
    Der Autor, der die Ereignisse selbst erlebt hat, transportiert das dokumentarische Material in seinen Roman und schafft in Kombination mit fantastischen Visionen einen sogenannten „arabischen magischen Realismus.“ Befindet sich der fanatische Emir auf der einen Seite der Medaille, so lauert auf der anderen bereits der nächste, militärische Diktator. Letztlich drückt der Roman eine Wirklichkeit aus: Solange der repressive Staat steht, wechseln die politischen Idole. Despotismus, Totalitarismus und Fanatismus stellen ständig neue Götter her.


    TRAGÖDIE DER ARABISCHEN KULTUR

    Erschienen auf Arabisch
    bei attakwin.com, Damaskus (Syrien) 2014, 295 S.

    Die arabische Kultur steckt in einer tiefen, anhaltenden kulturellen Krise. Hervorgerufen durch eine Vielzahl an geschichtlichen Krisen. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ereigneten sich in den arabischen Staaten und deren Gesellschaften tiefgreifende Zusammenbrüche, politischer, wirtschaftlicher, soziologischer und intellektueller Art. Der Versuch, an den westlichen Fortschritt und die Moderne anzuknüpfen, scheiterte. Dieser Fehlschlag ließ vor allem in der Mittelschicht das Bürgertum, wo sich die Identität der Gesellschaft herausbildet, auseinanderbrechen. Dadurch entstanden Systeme, die vom Stalinismus geprägt die militärische Dominanz stärkten und zu Totalitarismus und Einparteienregierungen führten. Mit jedem Misserfolg der ideologischen Parteien (marxistische und nationalistische) wuchs die Dominanz der islamischen Bewegungen. Gefördert durch die Gelder der Golfstaaten, gewann der islamische Fanatismus rasch an Boden.
    Mazen Arafeh beschreibt die Änderungen der arabischen Gesellschaften bis 2011, als der Arabische Frühling explosionsartig die Welt revolutionierte.


    TESTAMENT DES STAUBES

    Roman | Erschienen auf Arabisch
    bei attakwin.com, Damaskus (Syrien) 2011, 663 S.

    Ein junger Syrer erlebt den Zusammenbruch des Sozialistischen Systems in Osteuropa, während er sein Studium gerade abschließt. Er kehrt mit einem Gefühl der Enttäuschung zurück. Nicht nur der zerstörte politische Traum, auch die Gefühlskälte der europäischen Frauen haben ihn desillusioniert. Auf der Suche nach seiner emotionalen, orientalischen Traumfrau schlägt er sich mit der desolaten Situation in seiner Heimat herum. Die Militärdiktatur quält ihn mit Bürokratie, fanatischer Islamismus breitet sich aus. Beides beschneidet ihn in seiner Freiheit, in seinem Denken und Handeln. Er sucht Zuflucht in Träumereien und im Sufismus.

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    DIE MAGIE DES BUCHES UND DER CHARME DES BILDES

    Wissenschaftlicher Diskurs | Erschienen auf Arabisch
    bei attakwin.com, Damaskus (Syrien) 2007, 464 S.

    Von der Schreibkultur bis hin zur Suggestionskraft der medialen Bilderflut. – Das geschriebene Wort befindet sich auf dem Rückzug, während das Bild in allen Medien in den Vordergrund tritt. Dabei versprüht das Wort eine ganz besondere Energie. Es stachelt den Intellekt und die Vorstellungskraft an. Im Gegensatz dazu zeigt das visuelle Medium ein eigenständiges Universum, eine Wirklichkeit, die gelegentlich auch künstlerisch gestaltet ist und keinen Raum für die eigene Phantasie lässt. Bücher erweitern das Denken. Bilder dominieren die Wirklichkeit, reißen sie mit sich fort. Durch das Internet, das Satellitenfernsehen und die wirtschaftliche Globalisierung potenziert sich dieser Effekt.


    ARABISCHE WELT IN POLNISCHEN SCHRIFTEN IM
    19. JAHRHUNDERT

    Erschienen auf Polnisch als Publikation der Marie-Curie-Sklodowskie-Universität, Lublin 1994.

    Diese wissenschaftliche Arbeit reflektiert über das romantisierende Bild in der polnischen Gesellschaft, die sich in der Kunst, Literatur und dem Journalismus niederschlägt oder die durch negative Berichterstattung der europäischen Missionare im 19. Jahrhundert geprägt wurde. Ihnen wird das wahre Gesicht des Orients gegenübergestellt.
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    Mehr Informationen:

    E-Mail: c/o post@goldstadt-autoren.de

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