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    Dr. Mazen Arafeh


    Der Schriftsteller und Buchwissenschaftler wurde 1955 in Damaskus, Syrien, geboren und lebt heute in Pforzheim. Er studierte in Damaskus „Französische Literatur“ und absolvierte sein Doktorat auf der Marie-Curie-Sklodowska-Universität in Lublin, Polen. Er war Direktor für Kultur-wissenschaften in der Nationalbibliothek in Damaskus. Neben seiner Muttersprache Arabisch spricht er Französisch, Polnisch und Deutsch.
    Er hat mehrere wissenschaftliche Werke sowie auch Romane veröffentlicht. Bisher allerdings nur in seiner arabischen Muttersprache.
    Er interessiert sich für einen interkulturellen Austausch zwischen Orient und Westen, insbesondere zwischen Flüchtlingen und Deutschen, und schreibt einen neuen Roman über dieses Thema.
    Er hat begonnen, erste Texte in Deutsch zu verfassen, und sucht einen deutschen Verlag, der seine Romane übersetzt und publiziert.

     

    Veröffentlichungen:


    EIN BETT AN DER FRONT

    Roman | Arabischer Originaltitel: „Sarir Ala Jabha“
    erschienen auf Arabisch beim
    Verlag Hachette Antoine S. A. L., Beirut (Libanon) 2019
    ISBN 975-614-435-006-9, Softcover, 335 Seiten

    Der Held ist ein einfacher Mann. Er lebt in einer Kleinstadt in der Nähe von Damaskus, als der „Arabische Frühling“ entbrennt. Das Gebäude, in dem er wohnt, wird von Soldaten besetzt und zur militärischen Zone erklärt. Sein Leben steht Kopf. Der Alltag verwandelt sich in ein Theaterstück, mit von schwarzem Humor durchsetzten Szenen. Konfrontiert mit der methodischen Zerstörung, die diese Soldaten in sein Leben bringen, erinnert er sich der Lebensgeschichten seiner beiden Großmütter. Die eine lebte in der Großstadt und die andere auf dem Land. Mit den Details ihrer Erzählungen spinnt er sich eine heile Welt zusammen, die dem Schrecken der Zersplitterung der vom Krieg und der Sicher-heitsbesessenheit unterdrückten und vom Geruch des Todes gefluteten Realität entgegensteht.
    Wie gewöhnlich führt uns Arafeh auf seine spannende und einfache Art in eine magische Welt, losgelöst aus der logischen Basis von Raum und Zeit. Er erschafft exotische Bilder und Ereignisse und koloriert die repressive, von Gewalt und Blut geprägte Wirklichkeit mit seinem tragisch-komischen, zynischen Schreibstil bis hin zur Absurdität.


    DIE RIFFREIHER

    Roman | Arabischer Originaltitel: „Al Garanik“
    erschienen auf Arabisch beim
    Verlag Hachette Antoine S. A. L. , Beirut (Libanon) 2017, 356 S.

    Der Titel lehnt sich an eine Geschichte der arabischen Wüsten-Mythologie an, als die Menschen die Idole ihrer matriarchalischen Göttinnen anbeteten, denen die Riffreiher als Sendboten dienten. Diese wurden zugunsten eines monotheistischen Gottes gestürzt. Dieses Symbol ist dem mythologischen Kontext entnommen und im Zusammenhang mit dem „Arabischen Frühling“ in einen zeitgenössischen Bezug gesetzt. In allen Ländern, in denen Generäle die Macht an sich gerissen haben, und ihre Nachkommen als Erben einsetzen, produzieren sich diese Machthaber als Götter. Sie verbreiten ihre ideologischen Liturgien durch militärische Gewalt und durch die Idole, die sie überall von sich errichten lassen. Die Demonstranten des Arabischen Frühlings haben nicht nur die Idole dieser Generäle gestürzt, sie haben auch, und das ist noch wichtiger, das Bild der Diktatoren als Gott in den Köpfen der Bürger zu Fall gebracht und ihnen den Schrecken genommen.
    „Al Garanik“ erzählt von einem diktatorischen General, dessen Figur überall, zu jeder Zeit und auf jedem Kontinent der Erde angesiedelt sein könnte. Die Geschichte beschreibt den Verlauf des Arabischen Frühling und das typische, arabische Diktatoren-Modell.
    Der Autor, der die Ereignisse selbst erlebt hat, transportiert das dokumentarische Material in seinen Roman und schafft in Kombination mit fantastischen Visionen einen sogenannten „arabischen magischen Realismus.“ Befindet sich der fanatische Emir auf der einen Seite der Medaille, so lauert auf der anderen bereits der nächste, militärische Diktator. Letztlich drückt der Roman eine Wirklichkeit aus: Solange der repressive Staat steht, wechseln die politischen Idole. Despotismus, Totalitarismus und Fanatismus stellen ständig neue Götter her.

     


    TRAGÖDIE DER ARABISCHEN KULTUR

    Erschienen auf Arabisch
    bei attakwin.com, Damaskus (Syrien) 2014, 295 S.

    Die arabische Kultur steckt in einer tiefen, anhaltenden kulturellen Krise. Hervorgerufen durch eine Vielzahl an geschichtlichen Krisen. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ereigneten sich in den arabischen Staaten und deren Gesellschaften tiefgreifende Zusammenbrüche, politischer, wirtschaftlicher, soziologischer und intellektueller Art. Der Versuch, an den westlichen Fortschritt und die Moderne anzuknüpfen, scheiterte. Dieser Fehlschlag ließ vor allem in der Mittelschicht das Bürgertum, wo sich die Identität der Gesellschaft herausbildet, auseinanderbrechen. Dadurch entstanden Systeme, die vom Stalinismus geprägt die militärische Dominanz stärkten und zu Totalitarismus und Einparteienregierungen führten. Mit jedem Misserfolg der ideologischen Parteien (marxistische und nationalistische) wuchs die Dominanz der islamischen Bewegungen. Gefördert durch die Gelder der Golfstaaten, gewann der islamische Fanatismus rasch an Boden.
    Mazen Arafeh beschreibt die Änderungen der arabischen Gesellschaften bis 2011, als der Arabische Frühling explosionsartig die Welt revolutionierte.

     


    TESTAMENT DES STAUBES

    Roman | Erschienen auf Arabisch
    bei attakwin.com, Damaskus (Syrien) 2011, 663 S.

    Ein junger Syrer erlebt den Zusammenbruch des Sozialistischen Systems in Osteuropa, während er sein Studium gerade abschließt. Er kehrt mit einem Gefühl der Enttäuschung zurück. Nicht nur der zerstörte politische Traum, auch die Gefühlskälte der europäischen Frauen haben ihn desillusioniert. Auf der Suche nach seiner emotionalen, orientalischen Traumfrau schlägt er sich mit der desolaten Situation in seiner Heimat herum. Die Militärdiktatur quält ihn mit Bürokratie, fanatischer Islamismus breitet sich aus. Beides beschneidet ihn in seiner Freiheit, in seinem Denken und Handeln. Er sucht Zuflucht in Träumereien und im Sufismus.

     


    DIE MAGIE DES BUCHES UND DER CHARME DES BILDES

    Wissenschaftlicher Diskurs | Erschienen auf Arabisch
    bei attakwin.com, Damaskus (Syrien) 2007, 464 S.

    Von der Schreibkultur bis hin zur Suggestionskraft der medialen Bilderflut. – Das geschriebene Wort befindet sich auf dem Rückzug, während das Bild in allen Medien in den Vordergrund tritt. Dabei versprüht das Wort eine ganz besondere Energie. Es stachelt den Intellekt und die Vorstellungskraft an. Im Gegensatz dazu zeigt das visuelle Medium ein eigenständiges Universum, eine Wirklichkeit, die gelegentlich auch künstlerisch gestaltet ist und keinen Raum für die eigene Phantasie lässt. Bücher erweitern das Denken. Bilder dominieren die Wirklichkeit, reißen sie mit sich fort. Durch das Internet, das Satellitenfernsehen und die wirtschaftliche Globalisierung potenziert sich dieser Effekt.

     


    ARABISCHE WELT IN POLNISCHEN SCHRIFTEN IM
    19. JAHRHUNDERT

    Erschienen auf Polnisch als Publikation der Marie-Curie-Sklodowskie-Universität, Lublin 1994.

    Diese wissenschaftliche Arbeit reflektiert über das romantisierende Bild in der polnischen Gesellschaft, die sich in der Kunst, Literatur und dem Journalismus niederschlägt oder die durch negative Berichterstattung der europäischen Missionare im 19. Jahrhundert geprägt wurde. Ihnen wird das wahre Gesicht des Orients gegenübergestellt.

     

     

     

    Mehr Informationen:

    E-Mail: c/o post@goldstadt-autoren.de

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